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Thema 2. Satzstellung mit Objekten


Ein Satz besteht in der Regel mindestens aus einem Subjekt und einem Verb. Dabei bestimmt das Subjekt die Endung des Verbs.

Der Zug (Subjekt) kommt (Verb).

Welches Satzelement hinter dem Verb folgt, hängt meistens vom Verb ab.

Es gibt eine große Gruppe von Verben, wie z.B. „besuchen“, die ein Akkusativobjekt fordert.

Ich besuche (Akkusativ) meinen neuen Freund.

Eine kleinere Gruppe von Verben, wie z.B. „begegnen“, fordert ein Dativobjekt.

Wir sind (Dativ) dem Opa begegnet.

Selten sind Verben mit einem Genitivobjekt, wie z.B. „anklagen“

Der Verbrecher ist (Genitivobjekt) des Mordes angeklagt.

Verben mit einem Präpositionalobjekt sind dagegen sehr häufig.

Emma antwortet auf die Frage (Präpositionalobjekt).

Manchmal kommen auch Sätze vor, in denen zwei Elemente im Nominativ stehen. Das zweite Element heißt dann Gleichsetzungsnominativ.

Leon ist ein fleißiger Schüler (Gleichsetzungsnominativ).

Neben Objekten und dem Subjekt kann ein Satz weitere Elemente enthalten, die Angaben genannt werden.

Lea fährt heute (temporale Angabe) wegen ihres Konzerts (kausale Angabe) mit dem Auto (modale Angabe) nach Salzburg (lokale Angabe).

Die temporale Angabe gibt Informationen zur Zeit, z.B. morgen, gestern (wann? wie lange? usw.)

Die kausale Angabe gibt Informationen zur Ursache, wegen des Termins (warum? wodurch?)

Die modale Angabe gibt Informationen zur Art und Weise, z.B. mit dem Zug (wie? auf welche Weise?)

Die lokale Angabe gibt Informationen zum Ort, z.B. im Cafe, ins Theater (wo? wohin?)

Die Position der Angaben von links nach rechts lautet TKML:

  • temporale Angaben (T), 2. kausale Angaben (K), 3. modale Angaben (M), 4. lokale Angaben (L).

Stellung der Satzelemente

Fast alle Elemente eines Satzes können auf Position 1 stehen. Auf Position 2 des Hauptsatzes steht immer das finite Verb, z.B.

  • Anna (Subjekt) geht am Samstag aus Langeweile in die Schwimmhalle.
  • Am Samstag (temporale Angabe) geht Anna aus Langeweile in die Schwimmhalle.
  • Aus Langeweile (modale Angabe) geht Anna am Samstag in die Schwimmhalle.
  • In die Schwimmhalle (lokale Angabe) geht Anna am Samstag aus Langeweile.

Wenn Position 1 mit einem anderen Element als dem Subjekt besetzt ist, steht das Subjekt gleich neben dem Verb an der 3. Position. Lokale Angaben oder Objekte stehen jedoch nur dann an 1. Position eines Satzes, wenn damit etwas betont werden soll.

Wenn das Subjekt nicht an der 1. Position des Satzes steht, kommt es sofort nach dem Verb.

Dann folgen die Dativ- und Akkusativobjekte. Dabei steht das Dativobjekt im Allgemeinen vor dem Akkusativobjekt, z.B.: Am Wochenende verkauft Simon (Subjekt) den Touristen (Dativobjekt) seine Bilder und alte Bücher (Akkusativobjekt).

Genitivobjekt und Präpositionalobjekt stehen in der Regel ganz rechts hinter den Angaben und anderen Objekten, z.B.: Deine Argumente ermangeln leider bei oberflächlicher Betrachtung jeder Logik (Genitivobjekt). Wir dankten dem Stadtführer mit vielen Worten für seine Hilfe (Präpositionalobjekt).

Auch der Gleichsetzungsnominativ steht im Allgemeinen am Ende des Satzes, z.B.: Er wurde zwei Jahre später aufgrund seiner guten Arbeit der neue Abteilungsleiter (Gleichsetzungsnominativ).

Die Stellung von Dativ- und Akkusativobjekten hängt davon ab, ob sie eine neue oder eine schon bekannte Information beinhalten.

Eine schon bekannte Information in einem Dativ- oder Akkusativobjekt ist gekennzeichnet durch einen bestimmten Artikel, durch ein Personalpronomen, oder durch ein Demonstrativpronomen, z.B.: Sophie liest den (ein bestimmter Artikel) Roman. Sie liest ihn (Personalpronomen) gern. Sie liest diesen (Demonstrativpronomen) Roman mit Hannah.

Akkusativ und Dativ kann man meist tauschen, z.B.:

Dativ vor Akkusativ: Ich gebe dem Mann das Buch. oder

Akkusativ vor Dativ: Ich gebe das Buch dem Mann.

Wenn im Dativ ein unbestimmter Artikel steht und im Akkusativ ein bestimmter Artikel, kann man ebenfalls tauschen.

Beispiel:

Dativ vor Akkusativ: Ich gebe einem Mann das Buch. oder

Akkusativ vor Dativ: Ich gebe das Buch einem Mann.

Eine neue Information in einem Dativ- oder Akkusativobjekt liegt vor, wenn vor dem Objekt ein unbestimmter Artikel oder kein Artikel steht, z.B.: Lukas liest ein (unbestimmter Artikel) Buch. Lukas liest Bücher (ohne Artikel).

Enthält das Dativ- oder Akkusativobjekt eine bekannte Information, so steht es in der Regel vor den Angaben und anderen Objekten, z.B.: Ich bin ihm vor zwei Tagen auf dem Marktplatz begegnet.

Enthält das Dativ- oder Akkusativobjekt eine neue Information, so steht es im Allgemeinen hinter den temporalen, kausalen und modalen Angaben, aber vor den lokalen Angaben und den anderen Objekten, z.B.: Ich habe vor zwei Tagen meinen früheren Chef im Theater gesehen.

Anmerkungen:

  • Dativ vor unbestimmtem Akkusativ

Wenn der Akkusativ einen unbestimmten Artikel hat, steht der Akkusativ immer hinter dem Dativ.

Beispiel:

Dativ vor Akkusativ: Ich gebe dem Mann ein Buch.

Akkusativ vor Dativ: (nicht möglich)

  • Gibt es in einem Satz Personalpronomen im Dativ und Akkusativ, so steht das Personalpronomen im Akkusativ vor dem Personalpronomen im Dativ, z.B.: Brauchst du den Kugelschreiber? Ich schenke ihn dir.

Taucht in einem Satz eine Nomen-Verb Verbindung auf, so steht das Nomen der Kombination ganz rechts im Satz, z.B.: Der Chef gibt uns heute Nachmittag im Büro Bescheid.

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