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Thema 6. Nomen im Genetiv


Genitiv (2. Fall, Wessen-Fall) verwendet man im Deutschen, um eine Zugehörigkeit anzuzeigen. Außerdem steht der Genitiv nach bestimmten Präpositionen, Verben und Adjektiven. Die Kontrollfrage nach dem Genitiv lautet „Wessen?“.

Im Deutschen verwendet man den Genitiv in folgenden Fällen:

 

1. Zugehörigkeit zu jemandem/ etwas.

Beispiel:

Aus der Werbung werden die Kunden über das Angebot des Geschäfts informiert.

(Kontrollfrage: Wessen Angebot? – das Angebot des Geschäfts)

In dieser Woche haben wir die Familie meiner Frau besucht.

(Kontrollfrage: Wessen Familie? – die Familie meiner Frau)

 

2. Nach bestimmten Präpositionen, B. während, anstelle, trotz ect.

Beispiel:

Während der Urlaubszeit fahren Schneiders nach Montenegro. Trotz schlechtes Wetter gingen wir mit meinem Hund aus.

 

3. Bei einigen Verben (Genitivobjekt): anklagen, bedürfen, beschuldigen, bezichtigen, gedenken , überführen, verdächtigen.                    

Beispiel:

Der Staat bedarf (Genitivobjekt) massiver internationaler Hilfe.

 

4. Bei einigen Adjektiven: einer Sache kundig, mächtig, (un)würdig, überdrüssig sein, z. B.: Mein Bruder wird des Abenteuers nie überdrüssig sein.

 

5. Man muss hinweisen, dass nur Maskulina und Neutra eine Genitiv-Endung –s im Singular erhalten, z. B.: des Vaters, des Onkels, des Schülers, des Leiters

 

6. Maskulina und Neutra auf -s, -ß, -x, -z erhalten zur besseren Aussprache Genetivendung -es.

Beispiele:

  • das Ergebnis – des Ergebnisses, der Einfluss – des Einflusses; das Gras – des Grases
  • der Fuß – des Fußes; das Maß – des Maßes
  • der Index – des Indexes; das Suffix – des Suffixes
  • der Pilz – des Pilzes; das Netz – des Netzes (aber: das Herz – meist: des Herzens)

 

7. Wenn Maskulina und Neutra auf kurzen Vokal + s endet, wird das -s

Beispiel:

das Ergebnis - des Ergebnisses, das Ereignis – des Ereignisses

 

8. In folgenden Fällen kann man die Endung -es oder -s verwenden (-es klingt förmlicher):

  • einsilbige Nomen, z. B. das Buch – des Buch(e)s
  • mehrere Konsonanten am Wortende, z. B. das Ereignis – des Ereignis(e)s

 

9. Maskulina der schwachen Deklination haben im Genitiv, Dativ und Akkusativ die Endung -n / -en.

Beispiel:

Maskulina auf -e: der Junge – des Jungen, der Hase – des Hasen, der Herr – des Herrn

Maskulina auf -at, -ant, -et, -ent, -it, -ot, -ist: der Soldat – des Soldaten, der Laborant – des Laboranten, der Poet – des Poeten, der Patriot – des Patrioten, der Polizist – des Polizisten.

 

10. Nomen und Eigennamen ohne Artikel bilden den Genitiv mit von, z. B.: der Export von Raps, die Kantate von Bach, das Auto von Tobias

 

11. Bei Eigennamen können wir die Genitiv-Form auch voranstellen. Das Nomen hat dann die Endung -s (bzw. einen Apostroph, wenn das Nomen auf -s, , -x, -z endet), z. B.: Mozarts Opern, Händels Konzerte, Franz’ Motorrad, Vaters Pflicht.

Die Tabelle 1 zeigt Beispiele für Nomen und Artikel im Genitiv für männlich, weiblich, sächlich und den Plural (Schauen Sie Tabelle 1).

Tabelle 1

Deklination der Nomen im Genetiv

Geschlecht bestimmter Artikel unbestimmter Artikel Possessivpronomen
Maskulina des Onkels eines Onkels seines Onkels
Feminina der Frau einer Frau seiner Frau
Neutra des Mädchens eines Mädchens seines Mädchens
Plural der Kinder Kinder seiner Kinder

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