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Thema 27. Präteritum (Imperfekt). Präteritum (Imperfekt) von Verben sein (war) und haben (hatte)


Das Präteritum (Imperfekt, Vergangenheitsform) verwendet man im Deutschen für eine Erzählung oder einen Bericht in der Vergangenheit, vor allem in der Schriftsprache. Im mündlichen Sprachgebrauch nutzt man häufig statt Präteritum das Perfekt.

Beispiel:

Im letzten Sommer machten wir Urlaub in Italien.

Mit dem Auto fuhr ich die Donau entlang von Wien bis Budapest. Die Fahrt war toll und ich hatte herrliches Wetter.

I. Das Präteritum gebraucht man im Deutschen für:

1. die Beschreibung der abgeschlossenen Handlungen in der Vergangenheit

Beispiel:

Am letzten Samstag besuchte ich meine Oma in Krems an der Donau.

Mit dem Fahrrad fuhr er von Graz nach Villach.

2. die Wiedergabe der Fakten oder Zustände in der Vergangenheit

Beispiel:

Die Stimmung war hoch und wir machten ein tolles Picknick.

II. Bildung des Präteritums

1. Bildung des Präteritums von regelmäßigen (schwachen) Verben

Für regelmäßige (schwache) Verben bildet man das Präteritum (Imperfekt) wie folgt: Verbstamm plus Präteritumendung -te. Die Endung des Infinitivs -en wird weggelassen und stattdessen werden die Endungen angefügt. Die erste Person Sg. (ich) und die dritte Person Sg. (er, sie, es) bekommen keine Endungen (schaue die Tabelle 1).

Tabelle 1

Bildung des Präteritums vom regelmäßigen (schwachen) Verb machen

Person Verbstamm Präteritumendung Beispielsatz
ich mach- + te Ich machte gestern meine Hausaufgabe.
du mach- + test Du machtest alles viel schneller als ich.
er mach- + te Er machte seine Arbeit nicht fleißig.
sie mach- + te Sie machte ein tolles Geschenk.
es mach- + te Es machte nichts.
wir mach- + ten Wir machten eine lange Reise.
ihr mach- + tet Ihr machtet eine Überraschung für mich.
sie mach- + ten Sie machten eine wichtige Arbeit.
Sie mach- + ten Sie machten viel Wichtiges für uns.

 


2. Lautliche Besonderheiten:

Die regelmäßige (schwache) und unregelmäßige (starke) Verben mit der Verbstamm -t (arbeiten), -d (baden), -m (atmen) oder –n (rechnen) (außer Verben mit Stamm -ln oder -rn, wie z. B. nörgeln, klingeln, rudern, zittern) ect. Die Folge sind Ausspracheprobleme beim Bilden des Präteritums. Deshalb wird beim Präteritum ein -e- zwischen Verbstamm und der Endung eingeschoben (schaue die Tabelle 2).

Tabelle 2

Bildung des Präteritums von Verben mit der Verbstamm –t, -d, -m oder -n

Person Verbstamm Präteritumendung Beispielsatz
ich arbeit- + ete Ich arbeitete viele Jahre als Helfer.
du atm- + etest Du atmetest schwer.
er bad- + ete Er badete im See gern.
sie rechn- + ete Sie rechnete im Unterricht alles richtig.
es zeichn- + ete Es zeichnete sich durch hohe Leistung aus.
wir wart- + eten Wir warteten eine Viertelstunde auf dich.
ihr bereit- + etet Ihr bereitetet nur einen Teil vor.
sie öffn- + eten Sie öffneten dem Wolf die Tür.
Sie leit- + eten Sie leiteten das Projekt ein Jahr lang.

 

3. Die unregelmäßigen Verben bilden das Präteritum von der zweiten Stammform des Verbs, zum Beispiel gehen – ging, fahren – fuhr, kommen – kam, können – konnte, wollen – wollte usw. Die erste Person Sg. (ich) und die dritte Person Sg. (er, sie, es) bekommen keine Endungen (schaue Tabelle 3).

Tabelle 3

Bildung des Präteritums vom unregelmäßigen (starken) Verb gehen

Person Verbstamm Präteritumendung Beispielsatz
ich ging Ich ging gestern mit Jonas ins Cafe.
du ging + st Du gingst ohne Lust ins Kino.
er ging Er ging ins Theater ohne seine Frau.
sie ging Sie ging jeden Tag zwei Kilometer zu Fuß.
es ging Se ging ihm gut.
wir ging + en Wir gingen ohne Eile in den Park.
ihr ging + t Ihr gingt mit Freude zum Markt.
sie ging + en Sie gingen heute zum Fußballspiel.
Sie ging + en Sie gingen gestern nicht zu Besuch. 

4. Die Verben mit trennbaren Präfixen bilden das Präteritum wie im Präsens und trennen den Präfix vom Verbstamm, das auf der Endposition im Satz steht. Zum Beispiel: aufmachen – machte auf, zumachen – machte zu, vorkommen – kam vor, beibringen – brachte bei usw.

Beispiel:

Ich machte die Tür zu. Sie las den Text vor. Der Zug kam in Innsbruck um 17:05 an. Wir stiegen in den Bus ein.   

5. Die Verben sein/haben sind unregelmäßig, werden aber besonders häufig genutzt. Deshalb sollten Sie ihre Formen unbedingt auswendig lernen. Man konjugiert war (sein) und hatte (haben) wie alle Verben im Präteritum (schaue Tabellen 4 und 5).

Tabelle 4

Bildung des Präteritums vom unregelmäßigen (starken) Verb haben (hatte)

Person Verbstamm Präteritumendung Beispielsatz
ich hatte Ich hatte gestern viel zu tun.
du hatte + st Du hattest vorgestern mich anzurufen.
er hatte Er hatte ein schickes Auto.
sie hatte Sie hatte ein Haus.
es hatte Es hatte keinen Sinn, weiter zu sprechen.
wir hatte + n Wir hatten viele Pläne.
ihr hatte + t Ihr hattet eine tolle Reise.
sie hatte + n Sie hatten mir das früher zu sagen.
Sie hatte + n Sie hatten Recht

Tabelle 5

Bildung des Präteritums vom unregelmäßigen (starken) Verb sein (war)

Person Verbstamm Präteritumendung Beispielsatz
ich war Ich war gestern in der Stadt.
du war + st Du warst sehr beschäftigt.
er war Er war vorgestern bei mir.
sie war Sie war gestern zu Hause.
es war Es war toll.
wir war + en Wir waren im Kino.
ihr war + t Ihr wart auf dem Lande.
sie war + en Sie waren glücklich.
Sie war + en Sie waren im Urlaub in Italien.

 

6. Der Präteritumstamm der Modalverben wollen und sollen wird regelmäßig gebildet. Der Präteritumstamm von können, müssen, dürfen und mögen wechselt den Stammvokal. Die Endungen der Modalverben im Präteritum entsprechen den Endungen der anderen Verben (siehe Tabelle 6).

Tabelle 6

Konjugation der Modalverben im Präteritum

Person wollen sollen können dürfen müssen mögen
ich wollte sollte konnte durfte musste mochte
du wolltest solltest konntest durftest musstest mochtest
er wollte sollte konnte durfte  musste mochte
sie wollte sollte konnte durfte musste mochte
es wollte sollte konnte durfte musste mochte
wir wollten sollte konnten durften mussten mochten
ihr wolltet solltet konntet durftet musstet mochtet
sie wollten sollten konnten durften mussten mochten
Sie wollten sollten konnten durften mussten mochten
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