Thema 7. Umstellung


Ein Satz besteht in der Regel aus mehreren Teilen. Die Satzglieder sind relativ selbstständig im Satz. Alle Teile, die eng zusammengehören, nennt man in der Grammatik Satzglieder. Die Satzglieder können wir umstellen. Die Selbstständigkeit der Satzglieder erkennt man daran, wenn sie im Satz frei verschoben werden können. Darum lassen sich Satzglieder umstellen. Einzige Ausnahme: das Prädikat. Seine Stellung steht fest. Die Umstellprobe ist in diesem Fall eine zuverlässige Methode deutlich herauszufinden, ob ein Wort oder eine Wortgruppe selbständige Satzglieder sind oder nicht.

Im Aussagesatz steht die finite Verbform, der wichtigste Teil des Prädikats, immer an zweiter Stelle. Jedes andere Satzglied kann die Stelle vor der finiten Verbform, die erste Stelle, einnehmen. Diese Position wird auch Vorfeld genannt. Alles, was nach der finiten Verbform kommt, ist das Nachfeld. Auch innerhalb des Nachfeldes können Satzglieder umgestellt werden.

Untersuchen wir einmal diesen einfachen Aussagesatz

Peter spielt in seiner Freizeit gern Fußball.

„Peterˮ steht im Vorfeld. Wer oder was?

„Peterˮ ist das Subjekt.

Wie viele Möglichkeiten gibt es, die Satzglieder umzustellen?

Das Wort „spieltˮ ist die finite Verbform, sie bleibt unverändert an zweiter Stelle stehen.

Wenden wir die Umstellprobe an und untersuchen, welches Satzglied jeweils ins Vorfeld rückt:

In seiner Freizeit spielt Peter gern Fußball.

Die Wörtergruppe „In seiner Freizeitˮ ist ins Vorfeld gerückt. Also ist es ein Satzglied. Um welches Satzglied es sich handelt, erfahren wir durch die Frage:

Wann spielt Peter gern Fußball? – „In seiner Freizeitˮ ist also Temporalbestimmung.

Stellen wir weiter um: Fußball spielt Peter in seiner Freizeit gern.
Wen? oder was? Fußball ist Akkusativobjekt.
Gern spielt Peter in seiner Freizeit Fußball.

Jetzt steht „gernˮ im Vorfeld. Weil wir danach mit Wie? fragen, handelt es sich um eine Modalbestimmung.

Auch innerhalb des Nachfeldes können wir umstellen:

Peter spielt in seiner Freizeit gern Fußball. (Ausgangssatz)

Umstellungen im Nachfeld:

  1. Peter spielt Fußball in seiner Freizeit gern.
  2. Peter spielt gern Fußball in ihrer Freizeit.
  3. Peter spielt in seiner Freizeit Fußball gern.

Damit haben wir herausbekommen, dass Peter in seiner Freizeit gern Fußball spielt und neben dem Prädikat (finite Verbform) „spieltˮ auch andere Satzglieder sind, weil sie sich beliebig im Satz verschieben und umstellen lassen. Es gibt sicher noch mehr Umstellungsmöglichkeiten. Mit der Umstellung der Satzglieder verändert sich auch der Sinn des Satzes etwas.

Die Stellung der Satzglieder richtet sich danach, was man betonen möchte im Satz, dass Peter es ist, der Fußball spielt, oder dass Peter Fußball spielt, dass er es in seiner Freizeit macht oder dass er es gern tut.

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