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Legenden von Wien


Das Haus mit dem Basilisken

Die Ortsbewohner sagen, dass im Sommer 1212 in der Schönlaterngasse 7 Aufruhr herrschte: Eine Hausmagd, die zum Brunnen ging, um Wasser zu holen, sah darin ein Monster. Alle Bewohner des Hauses kamen angerannt und begannen sich zu überlegen, was sie tun sollten. Sie luden die Mitglieder des Stadtmagistrats ein, aber diese wussten ebenso nicht, was da geschah. In diesem Moment trat ein erfahrener Arzt aus der Menge hervor: „Ich glaube, das ist ein Basilisk“, sagte er. „Wenn ein Hahn ein Ei legt, ein Frosch es brütet und eine Schlange das Jungtier aufzieht, wächst es zu einem solchen Monster heran.“ Die Menge gab einen Ächzer von sich und der Arzt fuhr fort: „Ein Basilisk hat einen stinkenden Atem und einen mörderischen Blick. Weder ein Eisen noch ein Speer würde es töten.

Der Hausbesitzer, der Bäcker war, dachte eine Weile nach und bot demjenigen, der das Monster tötet, einen hohen Preis an. Sein Lehrling erbot sich dazu, bat aber nicht um Geld, sondern um die Hand der Bäckerstochter. Nur mit einem Spiegel bewaffnet stieg der tapfere junge Mann in den Brunnen hinunter. Der Basilisk hob den Kopf, sah sein eigenes Spiegelbild und versteinerte.

Der Bäckerlehrling brachte den Steinkörper aus dem Brunnen und stellte ihn in einer Nische an der Hauswand auf. Somit konnte das junge Paar seine Hochzeit feiern.

Lieber Augustin

Das Lied über Augustin erzählt die Geschichte eines glücklichen Sängers, der 1678-1679 die Pestepidemie in Wien überlebte. Er wäre fast im Jenseits gewesen, kehrte aber in die Welt der Lebenden wieder zurück.

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Es ist nämlich so, dass Augustin ein Stammgast von Tavernen war und eines Nachts entweder mehr als genug getrunken hatte und in einen tiefen Graben mit toten Körpern fiel oder auf der Straße einschlief und für einen Toten gehalten wurde. Jedenfalls fand er sich am nächsten Morgen unter Leichen in einem tiefen Graben. Nachdem er diesen Schock überlebte und wieder zu sich kam, schrieb er sein berühmtes Lied mit fröhlicher Musik, jedoch mit einem Text, in dem er eine gewisse Betrübtheit ausdrückte. Dort beklagte er sich darüber, dass „alles verloren ist, es gebe weder Geld noch ein Mädchen, und sogar im reichen Wien, wo früher jeder Tag ein Feiertag war, herrscht jetzt nur noch der Tod."

Die Geschichten über das weitere Schicksal des Sängers sind unterschiedlich: Einige sagen, er sei noch zu seinen Lebzeiten reich und berühmt geworden, aber die anderen glauben, er habe zu viel getrunken und sei früh daran gestorben.

In jedem Fall wurden die Verse, die Augustin dichtete, zu einem österreichischen Volkslied und weit über sein Heimatland hinaus populär.

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